Sommer im Weingarten

Das Leben ist spürbar

Im Sommer passiert unglaublich viel im Weingarten. Das Leben ist förmlich spürbar, trotz teilweise großer Hitze. Nicht nur die Reben wachsen mit aller Kraft in den Himmel, sondern auch die Wildtiere nutzen die heiße Jahreszeit. Von duftenden Rebblüten, bis aktuelle Arbeitsvorgänge – der Status quo in den Weingärten.

Duftende Rebblühte

Die Blüte startete in der ersten Juni Woche, bei gutem Blühwetter. Eine vorteilhafte Witterung in dieser Zeit ist weder zu heiß, noch zu nass. Bei schlechten Verhältnissen kann es zum Verrieseln kommen, wo Trauben nur teilweise Beeren ausbilden. Der Verlauf der Blüte war allerdings unterschiedlich. Hat man auf einem Rebstock Trauben gefunden, die schon längst verblüht haben, waren manche Gescheine (junges Traubengerüst) noch in Vollblüte. Sollte sich der Unterschied bis zu Lese nicht auswachsen, können Unterschiede in der Reife möglich sein und für kleine Überraschungen im Most sorgen.

Durst

Wenig Niederschlag wurde uns bisher gegönnt. Gerade mal 149mm (Hagel Versicherung) füllten die Messbecher dieses erste Halbjahr, wobei doch pro Jahr im Durchschnitt 540mm (Geosphere) fallen. Der Vegetationsfortschritt ist Hitze bedingt 2 Tage früher als 2025 und 5 Tage früher als im Durchschnitt (Hagel Versicherung). Aber trotz Trockenheit können wir allgemein nicht weniger Wachstum erkennen. Hier haben die tiefen Wurzeln der Rebe eindeutig einen Vorteil. Die Begrünungen in den Weingärten sind allerdings spürbar müde, frisch angelegte Begrünungen treiben teils schlecht an, weil ihnen einfach das Wasser fehlt.

Kitze, Turteltauben und Co.

Das Leben im Weingarten ist momentan voll in Gang. Vogelnester in Stöcken bringen neue Generationen an Vögeln hervor. Besonders beliebt ist Grüner Veltliner, weil die Sorte schön buschig und dicht wachsen kann. Kitze werden im Schatten der Reben abgelegt und warten auf Mama. Turteltauben turteln stundenlang in der Ried Kreimelberg, während Schmetterlinge und Eidechsen die Sonne genießen. Die stylischen Wiedehopfe sieht und hört man so oft, wie noch nie bei uns. Ihr unverkennbarer Ruf erfreut uns jedes Mal!

Der frühe Vogel, oder so

Da unser Betrieb ein reines Familienunternehmen ist, also ohne externe Mitarbeiter, haben wir gerade alle Hände voll zu tun. Was gehört so erledigt? Reinstricken (Einfädeln der Triebe im Stützrahmen), Entblättern (Entfernen von Blättern vor den Trauben), Stammputzen (Abbrechen von Trieben aus dem Stamm). Der Pflanzenschutz bleibt bis ungf. Ende Juli essenziell für gesunde Trauben, aber bisher sieht es sehr gut aus! Die Trauben vom Roten Veltliner werden händisch halbiert, um so den extrem kompakten Trauben Druck herauszunehmen und Fäulnis zu vermeiden. Viel Arbeit und Hitze sind eine unangenehme Kombination, daher startet der Arbeitstag teilweise vor den ersten Sonnenstrahlen um 4 Uhr. Das erste Vogelgezwitscher des Tages und ein Sonnenaufgang sind unglaubliche Geschenke, Tag für Tag.